Sorbit-Intoleranz

 

Was ist Sorbit?  

Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der aber auch in vielen Obstsorten und in Gemüse von Natur her vorkommt. Weil Sorbit weniger Kalorien als Haushaltszucker liefert und weil für seine Verstoffwechselung im Körper kein Insulin benötigt wird, wird es zum Süßen von Lebensmittel für Diabetiker bevorzugt.
In der Industrie wird Sorbit häufig als Feuchthaltemittel und zur Haltbarmachung von Lebensmittel eingesetzt.

Wo steckt es drin?

Sorbit, auch Sorbitol, Gluditol oder Hexanhexol genannt, ist als Zuckeraustauschstoff unter der Bezeichnung Lebensmittelzusatzstoff E 420 in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten.

  • Bier, Wein, Fruchtsäfte, Light-Getränke
  • Abgepackte Backwaren wie Brot, Kuchen, Toast
  • Bei Fertigprodukten, TK, Soßen etc. immer Zutatenlisten lesen
  • Apfel, Birne, Pflaume, Trauben, Erdbeeren, Pfirsich, Pflaume
  • Vorsicht bei Fruchtjoghurt
  • Einige wenige Wurstsorten enthalten Sorbit
  • Bei Fertigprodukten mit Fisch
  • Schaumküsse, Pralinen und Schokoladen mit Füllung (oft mit Sorbit), zuckerfreie Kaugummi und Kaubonbons, Müsliriegel

Wie merke ich denn, dass ich Sorbit nicht vertrage?

Typische Beschwerden sind:

Bauchschmerzen, Blähungen, Bauchkrämpfen, Durchfällen oder Verstopfung, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind mögliche Symptome einer Sorbitunverträglichkeit.

Die Symptome treten meist eine halbe Stunde bis  vier Stunden nach dem Essen auf. Je nachdem ob Sorbit zusammen mit Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten verzehrt wurde oder „pur“ treten die Beschwerden schneller oder langsamer auf. Ein sorbitreiches Essen wird deshalb auf nüchternen Magen eher Beschwerden verursachen, als im Anschluss an ein Esse, welches die genannten Bestandteile enthält.
Auch bei gesunden Menschen können größere Mengen Sorbit wegen der eingeschränkten Verdaulichkeit und der wasserbindenden Eigenschaft des Sorbits abführend wirken. Aus diesem Grund müssen alle sorbithaltigen Produkte einen entsprechenden Warnhinweis auf die abführende Wirkung tragen.

Und wie kann ich feststellen, ob ich eine Sorbit-Intoleranz habe?

Die Symptome sind oft sehr unspezifisch und decken sich nicht nur mit denen  einer Fructosemalabsorption und Laktoseintoleranz, sondern auch mit denen einer Histaminintoleranz, Zöliakie, Weizensensitivität, der Unverträglichkeit gegenüber FODMAPs und teils sogar mit den Symtpomen von Nahrungsmittelallergien.

Ein Symptomtagebuch kann für den Arzt hilfreich sein. Verzichten Sie ein paar Tage auf Sorbit und fühlen sich in dieser Zeit besser, kann dies ein Hinweis auf eine Sorbitintoleranz sein.

Bei Verdacht auf eine über das normale Maß hinaus gehende Sorbitintoleranz kann der Gastroent einen H2-Atemtest durchführen.

Warum vertrage ich kein Sorbit?

Eine Sorbitintoleranz ist eine Aufnahmestörung (Resorptionsstörung) im Dünndarm. Dort kann es entweder gar nicht oder nur teilweise nicht aufgenommen werden. Sorbit gelangt in den tieferen Darmabschnitt (Kolon genannt), wo es von den Darmbakterien zersetzt wird. Mit Hilfe des Enzyms Sorbitdehydrogenase wird Sorbit in Fructose umgewandelt und auch als Fructose abgebaut wird. Das hat für Fructoseintolerante den Nachteil, dass sie automatisch auch kein Sorbit vertragen. Umgekehrt können Sorbitintolerante in der Regel Fructose vertragen.

Das könnte verträglich sein:

  • Wasser, Kaffee, Milch, Tee
  • Unverarbeitetes Getreide, Müsli (ohne Trockenfrüchte), die meisten Brotsorten vom Bäcker (nach Zutaten fragen!), selbstgebackenes Brot / Toast
  • Frisches Gemüse
  • Mango, Melone, Zitrusfrüchte, Banane, Ananas, Johannisbeere,  Feige, Maracuja, Zwetschge, Kiwi, Mirabelle
  • Pure Milch und Milchprodukte
  • Fleisch
  • Fisch – frisch und pur
  • Eier
  • Bitterschokolade
  • Honig
  • Fette

Mein persönlicher Buchtipp: